Antennen-Bericht


 
K98 und K99 von Kolter Electronic
(Testbereicht Seite 26 aus RADIO-SCANNER Funk-Magazin 2/99)

Profi-Diskonen
Autor: Dieter Hurcks

Endlich mal wieder was Neues vom Antennenmarkt: 
Die Firma Kolter Electronic aus Erftstadt, Spezialist für Industrieelektronik, stellte uns zwei Stationsantennen für unterschiedliche Anwendungen und Zielgruppen zum Test zur Verfügung. Die K98 und K99 unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich des technischen Aufbaus von üblichen Breitbandantenne, sondern arbeiten auch gewinnbringend über einen großen Frequenzbereich. Unser Antennenexperte Rolf Werner hat die Antennen getestet und ihre Vor und Nachteile meßtechnisch analysiert.

Die K98 ist eine ultralineare Breitbandstationsantenne für Mastmontage, aufbauend auf dem Diskone-Prinzip. Jeweils acht abgestimmte vertikale und horizontale Einzelstrahler und acht Masseradiale bringen über einen großen Frequenzbereich hervorragende Empfangslinearität.

Die seitlichen Horizontalstrahler erhöhen nicht nur die Bandbreite, sondern sorgen auch für ein gutes MasseGegengewichtsverhältnis, so daß diese Antenne über einen großen Frequenzbereich sendefähig ist (bei einem SWR von 1:1,2-2,3), was für die meisten Anwendungen völlig ausreicht. Die Sendeleistung kann 70 W betragen. Am R&S-Meßplatz ESCS30 zeigte die K98 im Bereich von 22-120 MHz die besten Empfangsleistungen, ebenso bei 300-600 MHz, wo sich verschiedene Halbwellenresonanzen bildeten. Im Kurzwellenbereich wie auch in den oberen Scanbereichen sind die Leistungen abfallend, aber immer noch besser als bei vergleichbaren Breitbandantennen. Speziell in den Abendstunden lassen sich auf Kurzwelle SSBSignale im 40m und 20mBand noch gut aufnehmen, was die K98 zu einer brauchbaren Stationsantenne macht.

Für Anwendungen in den typischen Scanbereichen (4m/2m, Amateurfunk, Flugfunk etc.) liegen allerdings die Resonanzkurven etwas neben den Bändern bzw. in den Rundfunk und Fernsehbereichen, was in Großstädten oder Ballungsgebieten zu Störnebelproblemen und Überschlägen führen kann, die teilweise einen höheren Pegel haben als das Nutzsignal. In ländlichen Gegenden gibt es diese Probleme kaum. Wir haben verschiedene meßtechnische Störträger (Rundfunk/TV) neben den Scanbereichen in entsprechenden Abständen mit veränderter Leistung und Amplitude plaziert und konnten feststellen, daß die Empfindlichkeit der Antenne auch bei geringen Pegeln sehr hoch ist. Für industrielle oder kommerzielle Laboranwendungen oder EMV-Messungen ist sie ideal geeignet und derzeit wohl die leistungsfähigste, preiswerteste und professionellste Passiv-Breitbandantenne. In vielen Firmen, Universitäten oder Behörden werden derzeitig für CE-Überprüfungen oder andere Labor- und Freifeldmessungen sehr teure Marken-Spezialantennen verwendet, die zwar auch ihren Zweck erfüllen, aber nach unseren bisherigen Antennentestreihen und Erfahrungen selten besser arbeiten als die K98 mit ihrer breitbandigen und linearen Empfangsdynamik. Für Scanneranwendungen über große Frequenzbereiche, besonders aber für industrielle Laboranwendungen, ist die K98 sehr zu empfehlen.

K99 - die Scannerantenne
Die K99 ist der K98 ähnlich und wurde speziell für Scanneranwendungen in den typischen Bändern konzepiert. Sie besitzt vier Vertikal und acht Horizontalstrahler, ebenso acht Masseradiale. Die Strahler sind so berechnet, daß die meisten Resonanzbereiche und Leistungen in den wichtigsten Scanbereichen liegen, wobei der 4m-BOS-Bereich optimiert wurde. Die Rundfunkeinstreuung und Störnebelaufnahme ist natürlich höher als bei Mehrfachresonanzantennen, was bei dem Diskoneprinzip technisch kaum vermeidbar ist. Jedoch ist die Nebendämpfung und Störnebelunterdrückung um 30-35 % besser als bei der K98 oder anderen Standard-Diskoneantennen.

Die Radiale und Strahler sind so gestaltet, daß sich vom unteren UKW- bis oberen UHF-Bereich verschiedene Viertel und Halbwellenresonanzen ergeben mit entsprechenden Gewinnen.  Übliche Diskone-Breitbandantennen besitzen meist nur ein oder zwei Resonanzbereiche im 2m oder 70cm-Band. Bei der K99 konnten wir vier Haupt und mehrere Nebenresonanzen feststellen, die so plaziert sind, daß zumindest Rundfunk, TV und Datenfunk in gewissen Grenzen bedämpft werden. Die seitlichen Horizontalstrahler und die Radiale sind jeweils im Paar gegenüberliegend angeordnet mit insgesamt vier unterschiedlichen Längen. Damit wird breitbandiges und abgestimmtes Resonanzverhalten der vier vertikalen Hauptstrahler erreicht.

Im Gegensatz zur K98 hat die K99 eine etwas geringere Bandbreite, arbeitet aber im oberen und mittleren Kurzwellenbereich fast genauso wie die K98. Aufgrund der ausgeprägten Resonanzbereiche ist die Linearität allerdings nicht mehr gegeben, was aber für übliche Scanneranwendungen von Vorteil ist.  Die Gewinnleistungen beginnen bei 50-60 MHz und enden bei ca. 1400 MHz. Die Breitband-Arbeitsleistung reicht insgesamt von 15 bis 1650 MHz. Die höchsten Leistungen ermittelten wir im 4m-BOS-Band, im unteren und mittleren 2m-Band (Flugfunk, Amateurfunk etc.), im militärischen Flugfunk oberhalb 290 MHz, bei 70 cm und 900 MHz.

Stark im Vergleich
Auch im 900 MHz-Bereich konnten noch gute Gewinne gemessen werden. Die allgemeinen Empfangsleistungen und Gewinne lagen ca. 0,5-1 dB höher als bei den derzeitig leistungsstärksten Scanner-Diskoneantennen Skybas-1300/1500 von SIKA oder DESTKOP von WIMO. Die Allbrecht-Allband brachte ebenfalls gleiche Leistungen, aber nur in zwei Frequenzbereichen. Noch bessere Leistungen und Störnebelunterdrückung bei geringeren Abmessungen haben nur noch induktive Mehrfachresonanzantennen wie z.B. KNP90 oder Klingon (HFT). Allerdings arbeiten diese Antennen auch nach einem völlig anderen Prinzip bei Schmalbandbetrieb und sind vom Typ her mit breitbandigen Segment oder Diskone-Antennen nicht vergleichbar.

Die K99 ist bisher eine der leistungsstärksten Breitband-Scannerantennen in der Kategorie Diskone mit Strahler-Resonanzanpassung. Durch die relativ großen Abmessungen der Antenne (ca. 1-2m) können sich auch größere Windbelastungen ergeben, was bei nur einem Plastik-Masthalter problematisch werden kann. Für bessere Stabilität wäre ein zweiter Halter empfehlenswert. Ansonsten kann die K99 ohne Einschränkungen empfohlen werden.

Fazit: Hoher Wirkungsgrad
Abgesehen von einigen Nachteilen, welche DiskoneAntennen allgemein besitzen, arbeitet die K99 bei hohem Wirkungsgrad speziell in den scannertypischen Bereichen mit Resonanzgewinnen bis über 4 dB. In den Nebenund Grenzbereichen ist die Störnebelunterdrückung, bedingt durch die flächenmäßige Segmentanzahl (Strahler und Radiale), etwas höher als bei üblichen Antennen, da sich auch eine Vielzahl von Mischresonanzen mit leichten Gewinnen ergeben. Dennoch kann die K99 bei übliche Scanneranwendungen optimale Leistungen erreichen. Der Preis von ca. 235,- EURO ist zwar vergleichsweise hoch, allerdings ist die K99 in der oberen Leistungskategorie angesiedelt, wo die Fertigungskosten naturgemäß ein wenig höher liegen.


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